Todesanzeigen

Zuletzt aktualisiert am 7. Dezember 2020 um 15:32

Die Todesanzeige – Informationsfluss im Wandel der Zeit

Es gilt bei uns als üblich, nach dem Tod eines Menschen alle seine Verwandten, Freunde und Bekannten über den Verlust zu informieren. In der Vergangenheit wurden dafür Todesanzeigen in der örtlichen Tageszeitung geschaltet. Ein Vorgehen, das auch heute noch häufig genutzt wird – und das doch mittlerweile den Anschluss an schnellere und günstigere Alternativen verliert.

Todesanzeigen bleiben relevant

Es mag in den modernen Zeiten des schnellen Informationsflusses kein Problem mehr darstellen, eine Botschaft an ausgewählte Empfänger zu überstellen. Doch in den vergangenen Jahrzehnten war dieses Vorhaben nicht ganz so einfach. Wer Freunden, Bekannten oder Kollegen den Tod eines Menschen mitteilen wollte, griff dabei im Regelfall zur Todesanzeige. Sie erschien in lokalen – bei prominenten Personen natürlich auch in überregionalen – Zeitungen und erreichte eine breite Leserschaft. In größeren Städten war die Veröffentlichung solcher Traueranzeigen täglich möglich. In kleineren Gemeinden wurde sie dagegen oft nur einmalig am Wochenende vorgenommen. Trotz des Internets entscheiden sich viele Hinterbliebene auch heute noch für die Todesannonce.

Der Zweck von Todesanzeigen

Todesanzeigen – oder auch Traueranzeigen – gelten als recht knappe und kompakte Form, um über den Tod einer Person zu informieren. Gleichfalls verkünden sie, wann und wo die Bestattung stattfindet. Eine solche Annonce, deren Schaltung in den meisten Zeitungen übrigens relativ günstig ist, erreicht somit innerhalb weniger Tage eine breite Leserschaft. Die Mitteilung des Todes eines Menschen kann dabei deutlich schneller vorgenommen werden als das etwa über das Telefon oder Briefe möglich wäre. Zudem ist sichergestellt, dass auch entferntere Bekannte die Gelegenheit bekommen, über den Tod informiert zu werden.

Die Tücken des Informationszeitalters

Allerdings sollte nicht verschwiegen werden, dass Traueranzeigen in der heutigen Zeit auch mit erheblichen Nachteilen verbunden sind. Denn die Auflagen der meisten Zeitungen sind in den letzten Jahren deutlich gesunken. War es für die vorherigen Generationen noch üblich, dass weite Teile der Gesellschaft wenigstens eine Tageszeitung abonniert hatten, so findet der Informationsfluss heute zunehmend über das Internet statt. Eine Trauerannonce wird somit heute gewiss nicht mehr alle Personen erreichen, die den Verstorbenen zu Lebzeiten kannten. Zudem sind regionale Zeitungen nicht geeignet, um in der Ferne wohnende Menschen zu informieren. 

Der Aufbau von Todesanzeigen

Wer sich dennoch für die Trauerannonce entscheidet, kann bei den Zeitungen meist aus einem breiten Angebot an Designs, Zitaten und Verzierungen wählen. Üblicherweise finden sich neben dem Namen des Verblichenen dessen Lebensdaten. Darüber hinaus können Abschiedssprüche, ein Foto oder Worte des Dankes abgedruckt werden. Auch die bereits erwähnte Nennung des Termins für die Beisetzung ist möglich. Nicht selten mit dem Zusatz, dass diese im engsten Familienkreise stattfindet – eine Maßnahme, die unerwünschte Gäste ausschließt. Häufig sind im Anschluss die Hinterbliebenen namentlich erwähnt. Insgesamt sind es also nur wenige Zeilen, die eine solche Anzeige umfasst – in knapper Form soll sie alles Relevante rund um den Tod eines Menschen beinhalten.

Es gibt bessere Optionen

Demgegenüber sollte nicht übersehen werden, dass die Todesanzeige auch einen etwas unpersönlichen Charakter besitzt, da sie sich an eine breite Leserschaft richtet. Wer Freunde und Bekannte über den Verlust eines Menschen informieren möchte, kann dieses Ziel in den heutigen Zeiten per E-Mail oder Messenger wie etwa WhatsApp deutlich einfacher und schneller erreichen.

Gedenkseiten

Zumal gleichfalls das Einrichten einer Gedenkseite möglich ist. Mit ihr wird im Internet der verstorbenen Person gedacht – mit Andenken und Erinnerungsstücken, mit Fotos und Musik, eventuell sogar mit Textbeiträge. Mit all den weiteren Vorteilen der Sozialen Netzwerke wie etwa das Teilen auf unterschiedlichen Wegen. Ein solches Vorgehen ist zudem nachhaltiger als das Schalten einer Todesanzeige.

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