Ein Bild zur Erinnerung – Erinnerungsbilder

Zuletzt aktualisiert am 28. Juni 2019 um 13:31

Erinnerungsbilder sind ein fester Bestandteil der Erinnerungskultur. Diesen Brauch, so genannte Erinnerungsbilder der verstorbenen Person zur Trauerfeier an die Trauergäste zu verteilen, gibt es schon seit langer Zeit. Ursprünglich eher im katholischen Europa verbreitet, wird dieser Brauch auch heute noch regional bisweilen sehr gepflegt und findet zunehmend auch bei evangelischen Bestattungen Anklang.

Erinnerungsbilder haben viele, regional unterschiedliche Bezeichnungen: Trauer-, Gedenk- oder Sterbebilder, aber auch Toten- oder Sterbebild(chen) – früher auch Toten- oder Sterbezettel.

Welches Format haben Erinnerungsbilder?

Wobei der Begriff „Erinnerungsbild“ dem eigentlichen und tieferen Sinn dieses Brauches am nächsten kommt. Erinnerungsbilder sind kleine Kärtchen (meist im Format DIN A7) mit einem Foto des Verstorbenen, seinen Lebensdaten sowie einem letzten Abschiedsgruß oder einem Trauerspruch. Diese Kärtchen sollen noch einmal an die verstorbene Person erinnern. Es ist üblich, diese während oder nach einer Trauerfeier zu verteilen oder auch anschließend an der Kaffeetafel auszulegen. So können die Trauergäste die Kärtchen mit nach Hause nehmen und sich auf diese Weise immer wieder einmal an diesen Menschen erinnern. Eine weitere Möglichkeit ist, die Erinnerungsbilder mit der Danksagung zu versenden.

Geschichte der Erinnerungsbilder

Der älteste erhaltene Totenzettel trägt das Datum der am  23. Juni 1663 verstorbenen Catharina Balchem und wurde in Köln gedruckt. Zunächst waren die Totenzettel noch recht ausführlich – mit Lebensläufen und Lobeshymnen. Auch die Herstellung war der Zeit entsprechend sehr aufwändig.

Erst im 19. Jahrhundert verbreitete sich dieser Brauch – zunächst über das katholische Europa. Anfangs, ab zirka 1860, wurden zunächst lediglich Heiligen- oder Andachtsbildchen auf der Rückseite mit dem Namen und einigen Angaben des Verstorbenen bedruckt. Erst später gab es den Druck spezieller Sterbebilder. Um etwa 1875 kamen vielerorts zu den Textseiten die Originalfotografien hinzu, den Verstorbenen selbst mit abzubilden, entstand noch einmal 10 Jahre später. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gab es eine nahezu unüberschaubare Vielfalt symbolischer und allegorischer Darstellungen: Neben Urnen, Säulen, Gedenksteinen oder Grabkerzen wurden Stillleben aus Kreuzen, Ankern, Kelchen, Herzen und vielem mehr abgebildet. Heute gibt es durchaus auch „neutralere“ Abbildungen von Landschaften, eigenen Lieblingsmotiven, Fotos oder anderen persönlichen Bildern, die in enger Verbindung zu dem Verstorbenen stehen.

Gestaltung der Erinnerungsbilder

Neben den grundlegenden Informationen über (Geburts-) Namen, Geburts- und Sterbeort kam und kommt dem ausgewählten Text eine große Bedeutung zu. Schon früher wurden die Sterbebilder mit „Sinnsprüchen“ wie Gebeten, biblischen Zitaten oder von Philosophen versehen. Dieser Text sollte ebenfalls in engem Bezug zu der verstorbenen Person stehen. Entweder, weil es eines seiner Lieblingszitate ist oder auch weil Sie mit diesem Text Ihre persönliche Verbindung zu dem Verstorbenen oder auch das Gefühl über den Verlust zum Ausdruck bringen wollen. Dabei können Sie den gleichen Text wie in der Traueranzeige – und dann auch in der Danksagung – verwenden. Das macht die Gestaltung Ihrer Trauer-, Erinnerungs- und Dankesmitteilungen einheitlich.

Erinnerungsbilder gehören zum Trauerdruck

Erinnerungsbilder sind eines der schönsten Elemente des Trauerdrucks. Weil damit die Trauernden noch einmal eine bleibende Erinnerung an die verstorbene Person erhalten. Durch persönliche und besondere Motive in Verbindung mit individuellen Eindrucken sorgen Sie für ein Stück Erinnerung, die über den Tag des Abschieds hinaus reicht. Und nicht nur für sich selbst, sondern für die gesamte Trauergemeinde.

Schauen Sie zum Thema Gestaltung auch in unseren Beitrag „Darmstädter Motive“ oder zum Thema Trauerdruck allgemein.

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